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Bericht HNA 28.09.2010

Schneisen gegen Flammen

Baumbach. Es waren Neugierde und Abenteuerlust, die zwei Männer aus Baumbach zu einem ungewöhnlichen Urlaub veranlassten. „Idealismus“, sagt Dirk Heusner. Er und sein Freund Mathias Häde, beide bei der Freiwilligen Feuerwehr, verbrachten zwei Wochen auf der Waldbrand-gefährdeten griechischen Insel Kassandra in einem Feuerwehrcamp.

Zurück in der Heimat: Dirk Heusner (links) und Matthias Häde vor dem Löschfahrzeug am Feuerwehrgerätehaus in Baumbach. Foto: Meyer

Zurück in der Heimat: Dirk Heusner (links) und Matthias Häde vor dem Löschfahrzeug am Feuerwehrgerätehaus in Baumbach. Foto: Meyer

Die beiden Männer schliefen im Zeltlager, das die Feuerwehr 50 Meter von der Felsküste entfernt zwischen Bäumen auf staubig trockenem Boden aufgeschlagen hatte. Von hier aus starteten die Baumbacher auf Exkursionen über die Insel und sammelten dabei vor allem Wissen über die Bekämpfung von Waldbränden.

Häde und Heusner lernten, dass die griechische Feuerwehr zwischen vielen Arten von Bränden unterscheidet: vom schwelenden Brand der Gewächse nah am Boden bis zum großen Feuer, bei dem ganze Bäume in Flammen stehen. Ein probates Mittel gegen die Brände sind Schneisen. Die Feuerwehrleute arbeiten dann mit Hacke, Spaten und Schaufel und versuchen so, ein für die Flammen unüberwindbares Band durch die Landschaft zu ziehen.

Trinken vor dem Durst

Übungshalber schlugen die Baumbacher mit der Feuerwehr solche Schneisen und lernten dabei, dass es für die schweißtreibende Arbeit bei 39 Grad im Schatten spezielle Gesetze gibt: trinken, bevor der Durst kommt. Denn sonst ist es für den Körper schon zu spät.

Bei jedem Waldbrand-Löschzug ist ein Mann dabei, der sich nicht mit der Feuerbekämpfung befasst, sondern einzig für die Sicherheit seiner Mannschaft verantwortlich ist. Er beobachtet die Entwicklung von Wind und Flammen und muss gegebenenfalls seine Leute zum Rückzug auffordern. Häde und Heusner erfuhren von weiteren Regeln: Alle Fahrzeuge müssen während des Einsatzes bei laufendem Motor immer mit dem Heck zum Feuer stehen und so eine schnelle Flucht ermöglichen.

Die Abende verbrachten die Baumbacher im Camp mit etwa 25 weiteren Feuerwehr-Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wenn die Alarmstufe nicht auf vier oder fünf war, genehmigte man sich ein Feierabendbier und besprach die am Tage gewonnen Eindrücke, darunter manches Bestürzende: Häde und Heusner stellten fest, dass ein Rettungswagen schon mal bis zu zwei Stunden auf der Insel unterwegs sein kann, bevor er das Opfer eines Verkehrsunfalls ins Krankenhaus gebracht hat.

Zweifel an Ausbildung

Was die Ausbildung der griechischen Feuerwehr angeht, hegen Häde und Heusner Zweifel. Die Berufsfeuerwehr habe zwar die modernsten Fahrzeuge gehabt, „Autos, nach denen man sich die Finger leckt“, wie Dirk Heusner sagt. Er wunderte sich dann allerdings, als ein ranghoher Feuerwehrmann einen so genannten Zumischer in die Hand nahm, ein Gerät, das dem Wasser Schaum beimischt, und mit Hilfe eines Übersetzers in die Runde der Gäste aus dem Ausland fragte: „Was ist das eigentlich?“

Einen regelrechten Waldbrand erlebten die beiden nicht mit, dafür zwei kleinere Feuer, die schnell gelöscht waren. Mathias Häde und Dirk Heusner planen, das gewonnene Wissen zu sortieren und es an die daheimgebliebenen Feuerwehrleute in Baumbach weiter zu geben.

Von Achim Meyer

 

 

Bericht aus den Wiesbadener Tageblatt von unserer Veronika

 

 

Allein unter 280 Männern       

BERUFSFEUERWEHR Veronika Häde arbeitet seit einigen Monaten in Wiesbaden

Brandmeisterin Veronika Häde ist seit wenigen Monaten die erste Frau bei der Berufsfeuerwehr Wiesbaden und eine der wenigen in ganz Deutschland. Die 27-Jährige zählt bundesweit zu geschätzten 350 weiblichen der insgesamt 28000 Berufsfeuerwehr-Mitglieder und damit zu einem Frauen-Anteil von nicht einmal 1,3 Prozent.

Und dabei ist Häde hier "keineswegs eine Quotenfrau", wie der Leitende Branddirektor Harald Hagen unterstreicht, der während seiner Amtszeit seit Anfang der 80er Jahre rund zwei Dutzend (erfolglose) Bewerbungen weiblicher Anwärter verzeichnete. "Aber unser Auswahlsystem ist auch sehr anspruchsvoll, denn wir wollen die Besten haben." Und so musste Häde mit den anderen Anwärtern umfangreiche Tests in dreierlei Hinsicht bestehen: Denn erstens sind Berufswehrleute Beamte mit hoheitlichen Befugnissen und müssen folglich auch das Beamtenrecht kennen. Zweitens müssen sie gute Sportler und drittens gute Techniker sein. Grundvoraussetzung ist eine handwerkliche beziehungsweise technische Ausbildung und damit eine berufliche Qualifizierung, für die sich ohnehin relativ wenige Frauen entscheiden.

Für die Berufsfeuerwehr jedoch ist eine solche Ausbildung unabdingbar, denn ein Teil der Geräte wird selbst geprüft, gewartet und repariert: Somit fallen außerhalb der Einsätze Arbeitsdienste etwa in der Kfz-, Schlauch-, Atemschutz- oder Funk-Werkstatt an: Häde, in Rotenburg an der Fulda geboren, ist gelernte Ver- und Entsorgerin mit dem Fachgebiet Trinkwasserversorgung und hatte viereinhalb Jahre als Wassermeisterin in der Kommune Alheim gearbeitet. "Dann stellte sich mir die Frage, ob das jetzt schon alles gewesen sein soll." Ergebnis: Sie beschloss, mal bei der Berufsfeuerwehr reinzuschnuppern, da sie sich schon mit zwölf Jahren für die Jugendfeuerwehr begeistert habe. "Dort verbrachte ich einen großen Teil meiner Freizeit und leistete viel Brandschutzarbeit." Dank bester Ergebnisse bei der Aufnahmeprüfung in Wiesbaden absolvierte sie hier ihre zweite Berufsausbildung, die ebenso vielseitig wie umfangreich ist. Das erklärt sich allein bei einem Blick in die jüngsten Einsätze unserer Berufsfeuerwehr, aufgelistet im Internet: "Küchenbrand, Brand in Möbelgeschäft, Unwetter, umgestürzter Baukran, Reizgas in Berufsschule, Pkw im Bahngleis, Person in Arbeitsmaschine, eingeklemmte Person nach Verkehrsunfall..."

So umfasst die zweijährige Ausbildung unter anderem Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung etwa mit Rettungsschere und Chemikalienanzug, einen Sprechfunklehrgang, den LKW- sowie den Boots-Führerschein. "Außerdem ist jeder der Feuerwehrleute ein Rettungssanitäter und hat für den Fall größerer Ereignisse entsprechende Materialien inklusive Defibrillator auf seinem Rettungsfahrzeug", erklärt Hagen. Im Rückblick auf ihre zweijährige Ausbildung erscheint der jungen Frau der Wintergrundlehrgang besonders hart. "Beim Leiternsteigen in eisiger Kälte und mit doppelt- und dreifacher Ausrüstung gerät man schon mal an seine physischen Grenzen."

Aber verständlicherweise werde man als Anwärter der Berufsfeuerwehr Extremsituationen ausgesetzt. Schließlich lasse sich nur so testen, wie man sich in Grenzfällen verhalte. "Da muss man auch mal unter Atemschutz einen Dummy aus einer Betonröhre herausholen." Eine Situation, in der sich zeige, ob jemand infolge der Enge und mit eingeschränktem Gesichtsfeld panisch reagiere.

"Aber man darf eben nicht den Kopf verlieren und muss sich selbst vertrauen", so Häde, die sehr viel Ruhe ausstrahlt und übrigens die älteste von drei Geschwistern ist. Sie liebe ihren neuen Beruf, da er ungemein vielseitig sei. "Denn es gibt eigentlich keinen Bereich, der die Feuerwehr nicht berührt. Und außerdem arbeite ich nicht für meinen Chef, sondern helfe anderen."

Als einzige Frau unter 280 Männern habe sie keinerlei Probleme, und wie hilfreich es in bestimmten Fällen sei, dass bei der Berufsfeuerwehr nun auch eine Frau arbeite, habe sie bei ihrem ersten Einsatz erlebt. "Die Betroffene wollte ihre Verletzungen nur mir und nicht meinen männlichen Kollegen zeigen."

Hin und wieder erfährt sie während ihrer Einsätze auch Amüsantes: "Manche schauen höchst ungläubig, wenn sie mich sehen, und die Mädels, die immer in die Einsatzwagen gucken, um ein bisschen zu flirten, sind oft richtig enttäuscht, wenn sie mich darin entdecken."

 

 

 

 

 

Bericht HNA vom 01.04.09

Zu zweit an der Pumpe

Wilhelm Arnhardt ist 76 Jahre bei der Feuerwehr - früher war dort vieles anders

Zu zweit an der Pumpe

Von Achim Meyer

Baumbach. Im Jahr 1933, als Wilhelm Arnhardt der Baumbacher Feuerwehr beitrat, hatte die gerade die erste motorisierte Spritze bekommen. Der 93-Jährige erinnert sich noch an Zeiten, als je zwei kräftige Männer das Wasser unter vollem Körpereinsatz aus dem Hydranten pumpen mussten. Am heutigen 1. April feiert Arnhardt seine 76-jährige Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr Baumbach.

 

Die Frage, ob er zur Feuerwehr geht, hat sich ihm nie gestellt. "Das war damals so", sagt er. "Mit 17 sind alle in die Feuerwehr." Mit dem gleichen selbstverständlichen Schulterzucken quittiert er die Tatsache, einer der altgedientesten Feuerwehrleute Deutschlands zu sein.

Bläser statt Sirene

Als Arnhardt jung war, gab es keine Sirene in Baumbach. Dafür einen Bläser, der, wenn es brannte, mit dem Horn durch die Straßen zog. An vier Brände im Leben kann sich Arnhardt erinnern, vielleicht auch fünf. "Das Gedächtnis lässt nach", sagt der freundliche Mann lächelnd. "Man wird alt." Das letzte Mal rückte er Ende der 80er-Jahre mit der Feuerwehr aus, als eine Scheune in Baumbach brannte. Zu dem Zeitpunkt konnte er schon auf ein reiches Leben zurückblicken. Wilhelm Arnhardt wurde 1916 in Baumbach geboren. Während der Kriegsjahre arbeitete er als Schlosser in einer Rotenburger Rüstungsfabrik. Dann kam das Jahr 1944, und Arnhardt wurde eingezogen. Kurz vor dem Abschied heiratete er seine Verlobte Anna. Es fehlte nicht viel, und es wäre ein Abschied für immer geworden. Arnhardt geriet in amerikanische Gefangenschaft. Im Lager in Kreuznach magerte er auf vierzig Kilo ab. Er musste im Freien auf dem Erdboden schlafen. "Jeden Morgen kam ein Wagen, auf den die Toten geladen wurden", sagt Arnhardt. Erst nach fünf Wochen hatte das Martyrium ein Ende. Alle Handwerker wurden aus dem Lager geholt, und Arnhardt verbrachte das nächste Jahr in einer Bäckerei im französischen Verdun, wo er die großen Öfen bedienen musste.

Ein guter Lehrling

Nach dem Krieg gründete Arnhardt eine Sanitärfirma in Baumbach. Mit seiner Frau stellte er im Hof Dachrinnen aus Zinkblech her. "Meine Frau war so gut wie ein guter Lehrling", sagt Arnhardt, und seine Augen blinzeln verschmitzt. Die Rinnen band er ans Fahrrad und strampelte zu seinen Kunden, sei es nach Obergude oder Rengshausen. Bald konnte er sich ein Auto leisten, den Kundenkreis vergrößern und zwei Mitarbeiter einstellen. "Ich habe im Leben nur gearbeitet", sagt Arnhardt, aber er wirkt zufrieden.

In Wilhelm Arnhardts Wohnzimmer hängen Fotos, die ihn mit Kameraden der Feuerwehr zeigen. Daneben sein Meisterbrief aus dem Jahr 1949 in schöner Sütterlin-Schrift und allerhand Bilder seiner großen Familie: Arnhardt hat Tochter und Sohn, vier Enkel und vier Urenkel. Sein Sohn leitet heute die Firma des Vaters. Von den Enkeln und Urenkeln ist keiner zur Feuerwehr gegangen. Dazu hat Arnhardt sie auch nie gedrängt.

 

 

Beklebung des LF 8/6 am 26.02.09

 

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Ein Dank an die Firma Kleinschmidt in Heinebach

 

 

Bericht der HNA vom 09.02.09 über unsere gute Frauen Quote

 

Eine starke Truppe

In Baumbach gehören sieben Frauen zur Einsatzabteilung der Feuerwehr

Baumbach. "Ich finde es gut, wenn man helfen kann, Menschenleben zu retten", sagt Bettina Häde. Und deshalb ist die 18-Jährige eine von sieben Frauen, die die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Baumbach verstärken. Hier ist der Anteil von Frauen besonders groß. Doch kreisweit sind die Frauen in der Feuerwehr auf dem Vormarsch.

 

Schon heute liegt der Anteil der Mädchen in den Jugendfeuerwehren bei etwa 30 Prozent, weiß man bei der Kreisverwaltung. Aber noch sind nur etwa sieben Prozent der aktiven Feuerwehrleute weiblich, erklärt Martin Orf, Gefahrenverhütungsbeauftragter des Kreises und ehrenamtlicher Kreisbrandmeister. In allen Städten und Gemeinde, jedoch noch nicht in jeder Freiwilligen Feuerwehr machen Frauen mit.

In der Gemeinde Alheim dagegen haben weibliche Brandschützer Tradition. Baumbachs Wehrführer Uwe Häde meint sich sogar zu erinnern, dass es in Hergershausen vor etwa drei Jahrzehnten eine rein weibliche Feuerwehr-Gruppe gegeben habe.

Helfersyndrom

Uwe Häde ist der Vater von Feuerwehrfrau Bettina Häde. Und auch Vater von Veronika, die ebenfalls zu Einsatzabteilung zählt, derzeit jedoch zu Hessens erster Berufsfeuerwehrfrau der Berufsfeuerwehr Wiesbaden ausgebildet wird. "Meine Frau sagt, wir leiden alle am Helfersyndrom", lacht Häde. Sein Stellvertreter Thomas Werner spricht vom Feuerwehrvirus, von dem man, einmal infiziert, nicht wieder loskommt.

So sehen es auch Tanja Lasch und Jessica Sommer. "Das Feuerwehrfieber lässt nur mal nach, wenn man in die Pubertät kommt. Danach macht man weiter", erzählt Jessica Sommer. Sie musste aber vor Kurzem erneut pausieren, als sie ihr erstes Kind erwartete. "Da sind Einsätze natürlich tabu", erklärte Uwe Häde. "Aber Jessica hat sich in dieser Zeit theoretisch fit gemacht. Und sie hat uns oft bei Übungen zugeguckt." Jetzt nimmt die 26-Jährige ihren inzwischen 16 Monate alten Sohn manchmal mit zu den Übungen. Jessica soll übrigens zur Atemschutzgeräte-Trägerin ausgebildet werden.

Tanja Lasch, deren Mann und 14-jähriger Sohn ebenfalls der Feuerwehr Baumbach angehören, schätzt besonders den guten Zusammenhalt in der Feuerwehr. Nach den Übungsstunden sitzt man noch zusammen und redet über Feuerwehr und "Gott und die Welt". Wichtig findet Tanja Lasch die große Hilfsbereitschaft unter den Kameraden.

Probleme zwischen Männern und Frauen gab es in Baumbach nie. "Wir müssen die Schläuche genauso schleppen wie die Männer", sagt Tanja Lasch. Und Bettina Häde ergänzt: "Unsere Arbeit wird hier als normal angesehen. Da wird kein Unterschied gemacht."

Da sehen sich auch Uwe Häde und Thomas Werner inder Pflicht. "Führungskräfte müssen einschätzen können, wen man bei Einsätzen auf welchen Posten stellen kann", sagt Werner. Das gelte aber für Männer und Frauen gleichermaßen. "Wir wollen unsere Leute schließlich nicht verheizen", sagt Uwe Häde.

Von Silke Schäfer-Marg

Drei Damen von Sieben

Die Damen mit der Wehrführung

 

 

Polo-shirts für die Jugendfeuerwehr

Über neue Polo Shirts konnte sich jetzt die Jugendfeuerwehr freuen.

Sie wurden gespendet von Stefan Albrecht, Deutsche Vermögensberatung.

Noch mal vielen Dank an den Spender!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilder Wanderung Feuerwehrverein am 18.05.08

 
 
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